Die beiden häufigsten Kettenteilungen sind 3/8", bzw 3/8"LP und 0.325". Bei 3/8" wird zwischen der LP-Kette, der sogenannten Hobbykette und der Profikette unterschieden.

3/8"LP Hobby (1,1 / 1,3 mm Treibgliedstärke):
Sie werden eingesetzt auf Motorsägen mit kleinen Hubraum und geringer Leistung, sowie auf den meisten Elektrosägen.
Das schmale Zahndach und die geringe Höhe der Schneidzähne produzieren kleinere Sägespäne. Der Vorteil liegt im geringen Leistungsbedarf, der Nachteil ist die geringere Schnitthaltigkeit (sie muß öfter nachgeschärft werden) und der weniger starken Stabilität beim sägen.
Bestens geeignet ist sie jedoch für Baumpflegearbeiten wegen ihrer geringeren Rückschlagneigung.
In dieser Dimension gibt es auch Sägeketten, die eine andere Schneidezahnfolge haben.

3/8" Profi (1,3 / 1,5 / 1,6 mm Treibgliedstärke):
Die Bezeichnung Profi wird im Fachbereich nur zum besseren Verständnis aufgeführt. Sie soll die Hobbykette der 3/8" von der "größeren" 3/8" Sägekette unterscheiden.
Ein hohes und breites Zahnprofil erfordert eine hohe Motorleistung, erlaubt jedoch schnelles und rationelles Arbeiten unter allen Einsatzbedingungen, sowohl beim Fällen als auch beim Ablängen,
deshalb wird diese Sägekettengröße bei den leistungsstarken Motorsägen verbaut und benutzt.

0.325" (1,3 / 1,5 / 1,6 mm Treibgliedbreite):
Diese Kettenausführung wird auch Farmerkette genannt. Der geringere Abstand zwischen den Nieten der Verbindungsglieder erlaubt mehr Schneidzähne bei gleicher Kettenlänge. Die Schneidzahn-Höhen liegen zwischen 3/8"LP Hobby und 3/8" Profi. Auch hier gibt es eine größere Auswahl an Zahnprofilen und Kettenvariationen, je nach Anforderung unterteilt.
Somit werden mehrere Vorteile vereint: Schnelles Schneiden, geringe Rückschlagneigung, längere Lebensdauer gegenüber einer Hobbykette, höhere Standzeit. Diese Kette ist vielseitig verwendbar und wird deshalb auf Motorsägen der mittleren Hubraumkategorien verwendet (Fällen, Ablängen, Ausästen, Durchforstungsarbeiten)
Für schwächere Sägenmodelle gibt es auch eine spezielle 0.325"-Kette mit 1,3 mm Treibgliedbreite und schmalem Zahndach, die auf vielen Modellen mittlerweile eingesetzt wird.

Moderne Sägeketten sind im Wesentlichen identisch konstruiert. So weisen auch die Schneidezähne aller namhaften Hersteller die gleiche Zahngeometrie auf.
Der für das Sägen wichtige Schneidzahn und der vorangehende Tiefenbegrenzer, auch Räumer genannt, sitzen auf dem Grundstock des Glieds.

Um eine Sägekette fachgerecht zu schärfen, ist es wichtig, das man weiß, welche Zahnform es zu schärfen gilt. Zwar gibt es von ursprünglich drei Zahnformen "nur" noch zwei Zahnformen, die auf dem Markt eine Rolle spielen, aber diese unterscheiden sich deutlich in den einzuhaltenden Schärfwinkeln.
Im einzelnen handelt es sich dabei um den 1.) Halbmeißelzahn. Typisch für den Halbmeißelzahn ist die gebogene Anordnung von Dach- und Brustschneide.
Zur Beurteilung der Zahnform betrachtet man den Zahn am besten von hinten, d.h., der Blick fällt in Laufrichtung von hinten auf den Zahn.
Diese Zahnform ist ideal für alle Hobby- und semiprofessionellen Anwendungen.
Durch die rundliche Zahnspitze ist diese Zahnform nicht ganz so anfällig gegen Beschädigung durch Schmutz. Einsatz bei Sägen bis ca. 50 cm³ Hubraum.
Und den 2.) Vollmeißelzahn: Typisch für den Vollmeißelzahn ist die scharfe, gekantete Anordnung von Dach- und Brustschneide. Der Vollmeißelzahn ist der typische Profizahn.
Durch diese Schneideform wird der Schneidwiderstand gegenüber dem Halbmeißelzahn noch einmal verringert.
Dadurch verfügt der Vollmeißel über eine sehr gute Schnittleistung. Die ausgeprägte, scharfkantige Zahnspitze verlangt jedoch eine präzise Schärfung.
Das bedeutet aber nicht, wie man häufig hört, dass der Zahn häufiger geschärft werden muss bzw. schneller Stumpf wird. Dies tritt in der Regel nur ein, wenn Schmutz o.ä. am zu schneidenden Werkstoff ist und vor dem Sägen nicht entfernt wird.

Feiltechnik:
Wenn anstelle der groben Späne immer feinere Sägespäne beim Sägen ausgeworfen werden, ist es das klare Anzeichen, das die Sägekette stumpf ist.
Man kann diese dann an einen Sägeketten-Spezialisten zum schärfen geben.
Es geht aber auch in Eigenregie. Sie sollten eines beachten: zwei-, dreimal selber die Sägekette schärfen, dann zur Fachwerkstatt, damit jeder Zahn wieder die korrekten Werte angeschliffen bekommt.
Schärfen der Sägekette von Hand:
-durch Auslösen der Kettenbremse (Handschutz) die Sägekette blockieren
-Die Feile im richtigen Winkel ansetzen
-Feile mit einer Vorwärtsbewegung am Zahn der Sägekette entlang ziehen.
-Dabei ist es wichtig immer von innen nach iußen den Schneidzahn zu feilen.
-Es reichen 2 bis 3 Feilenhübe aus um die Sägekette zu schärfen.
-Kettenbremse lösen und die Sägekette auf der Führungsschiene weiterziehen bis die nächste Schneidzahn mit der Feile erreicht wird.
-Nach jedem Hub die Feile leicht drehen, damit diese nicht einseitig abgenutzt wird.

1. Schnittwinkel:
Wenn Schärfwinkel und Brustwinkel korrekt mit der richtigen Feilenstärke gefeilt werden, entsteht automatisch der richtige Schnittwinkel. Für einen Schärfwinkel von 35 Grad halten Sie den Feilenhalter so, dass seine entsprechend gekennzeichnete Verlängerung parallel zur Kette liegt. Für einen Winkel von 30 Grad drehen Sie den Feilenhalter um, so dass die andere Seite an der Kette anliegt.
2. Brustwinkel:
Wenn die Feile genau parallel zu den Gliedern geführt wird, erhält man einen Brustwinkel von etwa 90 Grad.
Niedriger Griff = größerer Winkel und weniger aggressive Kette. Höherer Griff = kleinerer Winkel und aggressivere Kette.
3. Schärfwinkel:
Den richtigen Schärfwinkel erhält man mit Hilfe einer Feilenlehre oder einem speziell markierten Feilenhalter.
Die Feile darf nur geschoben werden und das immer in Richtung Zahnspitze. Bedeutet: von innen nach außen !

 

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